1920, 1920, SSV seit 1920! – U19 steigt in die Bezirksliga auf

Es gibt Artikel, auf dieser homepage, bei denen man lange überlegen muss, welche Überschrift man denn nehmen soll. Bei diesem Bericht über die A-Jugend des SSV Heimbach-Weis könnte man aus der Hose 10 Titel finden, die in wenigen Worten beschreiben, was sich da am Freitag Abend wieder auf dem Kieselborn zugetragen hat…

„Shalalalalaa, shalalalaa, shalaalaalaa, Shalalalalaa, shalalalaa, shalaalaalaa, 1920, 1920, SSV seit 1920!“ schallte es laut aus der Kabine 1, der Heimkabine am Kieselborn. Die A-Jugendkicker des SSV waren außer sich vor Freude. Die Emotionen kochten über, das Glück war kaum zu fassen. Wieder einmal hatte eine Mannschaft des SSV am heimischen Kieselborn eine schwierige, eine schwere Aufgabe gemeistert, hatte mit einer brutalen Siegermentalität, aber auch mit großem fussballerischen Können einen zwischendurch kaum mehr für möglich gehaltenen Sieg eingefahren und damit den Aufstieg in der Bezirksliga geschafft. Doch der Reihe nach:

Die Situation in der Qualifikation zur Bezirksliga ist an andere Stelle auf dieser Homepage bereits deutlich augezeichnet worden (siehe „Zweites Relegationsspiel der U19 heute am Kieselborn“). Die U19 musste gegen einen sehr starken Gegner der JSG Rhein-Westerwald/Windhagen gewinnen.

Und so gingen die Jungs um Kapitän Jonas Kreis aus in die Partie. Von Minute 1 an wurde der Gegner dominiert, in seine Hälfte gedrängt und mit spielerischen Mitteln attackiert und unter Druck gesetzt. Rhein-Westerwald fand gelinde gesagt in dieser Phase der Partie nicht statt. Folgerichtig erzielte Tom Pell nach einem Freistoß von Kreis in der 13. Minute das 1:0 für den SSV.

In der 19. Minute allerdings dann die kalte Dusche für die Kieselborn-Kicker. Eine Freistoßflanke von der rechten Seite wurde schlecht verteidigt und Gäststürmer Peter Junior konnte zum Ausgleich einköpfen. Nun übernahm der Gast das Zepter und kam besser ins Spiel. Das Selbstvertrauen beim SSV schien minütlich zu schwinden und viele Bälle wurden nur noch lang nach vorne geschlagen. Mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt.

Die zweite Halbzeit schien ein Spiegelbild der Ersten zu werden. Die Jungs schienen in der Pause neuen Mut gefasst und neues Selbstvertrauen getankt zu haben. Sie kamen wieder zu spielerischen Lösungen und erzielten nach einer tollen Vorarbeit des überragenden Diego Brustolon und einem traumhaften Laufweg, sowei einer perfekten Ballan- und Mitnahme das 2:1 Führungstor durch Marc „Mutzi“ Steindor (57.). Wieder jedoch ließen die Kleeblätter nun nach. Und wieder bestrafte die JSG Rhein-Westerwald/Windhagen dies. Arif Özmen erzielte in der 73. Minute mit einem Sonntagsschuss den abermaligen Ausgleich, der für den SSV ein Entscheidungsspiel gegen den Tabellenzweiten der anderen Qualifikationsgruppe bedeutet hätte. Es waren nur noch 20 Minuten zu spielen. Nun drängte die Zeit.

Doch mit einem unfassbaren Willlen und einer enormen Siegermentalität drängte der SSV-Nachwuchs abermals auf den Ausgleich. Windhagen schwächte sich in dieser Phase mehrfach selbst. Durch taktische Fouls, dumme Revanche-Aktionen und ständiges Meckern handelten Sie sich eine gelbe Karte nach der anderen und folgerichtig zwei Zeitstrafen ein, während die Spieler aus Heimbach-Weis diszipliniert die Attacken hinnahmen und sich aufs Fussballspielen konzentrierten. In den letzen Minuten brannte es mehrfach lichterloh. Marc Steindor setzte sich mehrfach über links durch und konnte mit seinen 90 Grad Pässen mehrere dicke Torchancen vorbereiten, die jedoch von der vielbeinigen Gästeabwehr vereitelt wurden. In der 86. Minuten klatschte nach eben einer solchen Aktion ein Schuss von Niklas Leitner an den Pfosten. Es schien wie verhext.

In der letzten Minute der Nachspielzeit, die ob der vielen, vielen Auswechslungen von Rhein-Westerwald in der Schlussphase völlig zurecht vier Minuten betrug, zog Jonas Kreis nach einem feinen Pass von Tom Pell in den Strafraum und wurde von einem Gästespieler klar zu Fall gebracht. Glück für diesen, dass er für sein Foul keine persönliche Strafe erhielt, denn da er schon eine Zeitstrafe verbüßt hatte, wäre das die rote Karte gewesen.

Der gute leitende Schiedsrichter Groß sagte an, dass es sich bei dem Elfmeter um die letzte Aktion des Spiels handeln würde: „Es gibt auch keinen Nachschuss!“ Ein abnormaler Druck für Kapitän Kreis, der – als gefoulter Spieler – tortzdem die Verantwortung übernehmen wollte. Ein wenig fühlte man sich an das Relegationsspiel der ersten Mannschaft gegen Niederahr vor 366 Tagen erinnert, als Michael Kley den Ball zum Freistoß zurecht legte.

Jonas Kreis lief an und traf! Und dann brachen alle Dämme. Die Ersatzspieler stürmten den Platz, es bildete sich eine Menschentraube aus Eltern und Spielern vor den Umkleidekabinen, der Jubel kannte keine Grenzen. Die Jungs freuten sich mit Ihren Anhängern unbändig darüber, dass sie sich für Ihre Mühe belohnt hatten. Mittlerweile scheint sich die Siegermentalität, das Bestehen in schwierige Situationen, dass man sonst von der ersten Mannschaft des SSV gewohnt ist, schon in die Jugendmannschaften und damit in die DNA des Vereins zu implizieren.

Am Ende bleibt festzuhalten, dass der SSV nun (von der U13 bis zur U19) mit allen ersten Mannschaften in der Bezirksliga spielt. Nur 5 Jahre nach der Trennung der JSG vom VfL Oberbieber ein nicht zu glaubender sportlicher Erfolg. Allen Beteiligten gebührt daher ein großes Dankeschön.