Enkel des Ehrenbürgers kehrt zurück – Zweiter Neuzgang für SSV

Wenn in der Stadt Neuwied der Name Rollepatz fällt, dann assoziieren viele Menschen das sicher mit Dieter Rollepatz dem Ehrenbürger der Stadt Neuwied. Beim SSV denkt man unweigerlich an Peter Rollepatz, der von 2010 bis 2012 als Jugendleiter des Vereins tätig war oder an Rico Rollepatz, der in der Saison 2011/2012 als Spieler des jüngeren Jahrgangs Torschützenkönig in der B-Jugend-Rheinlandliga wurde und später drei Jahre beim Bonner SC in der U17- und der U19-Bundesliga aktiv war, bevor er über den FC Hennef zum TSC Euskirchen wechselte, wo er heute unter Vertrag ist.

Der zweite Enkel von Dieter Rollepatz, nämlich Moritz Rollepatz schickt sich nun an – nachdem er zwei Jahre in der A-Jugend Rheinlandliga in Andernach gespielt hatte – zu seinem Heimatverein SSV Heimbach-Weis zurück zu kehren. Just am Aschermittwoch gab der Abiturient den Verantwortlichen aus seinem Wohnort nämlich die Zusage für die  kommende Saison 2018/2019.

„Ich habe selten einen 19jährigen Jungen erlebt, der so realistisch, bescheiden und aufgeräumt seine Situation einschätzen konnte“, ist SSV-Vorstandsmitglied Jörg Emmerich begeistert von den Gesprächen mit dem 1999 geborenen Rollepatz: „Meistens denken die Jungs, die aus der A-Jugend kommen, sie wären die jüngeren Geschwister von Christiano oder die Nachfolger von Lionel.“

Moritz Rollepatz, der von den  Bambini bis zur U17 beim SSV – die meiste Zeit von Mario Ganzer und Sebastian Hahn – ausgebildet wurde, ist variabel einsetzbar und ob seines enormen Tempos vor allem auf den Außenbahnen zu Hause. Hier kann er sowohl als Verteidiger, wie auch auf den Positionen 11 und 7 eingesetzt werden und wäre sicher auch auf der 10 eine Lösung. „Ich mag Spieler, die flexibel sind.“ ist auch Cheftrainer Carsten Keuler angetan von den Qualitäten und dem Auftreten des jungen Weisers: „Und wenn dann ein Junge aus dem Dorf zurückkehrt“, dann entspricht das doch auch der Philosophie des Vereins und belohnt die gute Jugendarbeit, die hier seit Jahren gemacht wird.“

„Der Eine läuft halt hier in Heimbach-Weis durch, der Andere sucht halt mal das Weite und kehrt später zurück. Wenn man aber die Spieler im Kinder- und Jugendbereich nicht dem Fussball zuführt und dem Fussball erhält, dann wächst auch später nichts in die Seniorenmannschaften nach.“ erklärt Keuler.

Moritz Rollepatz jedenfalls wird ab Sommer wieder die Fussballschuhe am Kieselborn schnüren und ist nach André Welter bereits der zweite Neuzugang am Kieselborn. „Ich fand die Gespräche mit Carsten Keuler und Jörg Emmerich richtig gut. Ich erhoffe mir hier Spielzeiten und damit verbunden dann auch eine Weiterentwicklung“, freut sich Moritz auf die Zeit ab dem 1.7.2018.

Herzliche Willkommen zurück, Moritz!

 

 

anderer Ort – gleiche Probleme … Der Fussball als Abbild der Gesellschaft

Seit vielen Jahren wird das Wirken des SSV Heimbach-Weis von zwei großen Themen bestimmt: „Verein kommt von Verein(t)“ und „Soziale Kompetenz als Schlüssel zum Erfolg“

Damit ist bei uns ganz klar definiert, dass wir – sowohl von Kindern und Jugendlichen, als auch von Seniorenspielern und anderweitig tätigen – die Fähigkeiten erwarten, die es braucht, um ein Teil einer Gruppe zu sein. Diesbezüglich meinen wir beispielsweise eine möglichst vollzählige Spiel- und Trainingsbeteiligung, Verzicht zu Gunsten der Gruppe, Pünktlichkeit, Einhalten von Regeln, Unterstützung durch zurückhaltende, aber anpackende Eltern usw.

Ein sehr interessantes Interview zu diesem Thema hat nun Thomas Kahler der Trainer der SG Ellingen/Bonefeld/Willroth auf deren Internetpräsenz gegeben. Kahler äußerte sich anlässlich der Tatsache, dass er im Sommer sein Amt aufgibt.

Es sei dahingestellt, ob das die wirklichen und einzigen Gründe für den Rücktritt sind, aber einige Auszüge aus Kahlers Aussagen sprechen uns beim SSV aus der Seele:


Kahler:

Ich habe als Trainer eine unheimlich hohe soziale Verantwortung. Ich bringe meinen Jungs bei, dass die Mannschafft „heilig“ ist und über jedem persönlichen Interesse steht. Ich vermittle meinen Spielern die Werte, die ich als Spieler in meinen ersten Seniorenjahren von den damaligen Führungsspielern mitgegeben bekommen habe. Dass es sich lohnt, Zeit zu investieren, füreinander da zu sein und „zu geben“ – für den Erfolg und für eine Kameradschaft, die wesentlich stärker ist, als die individuelle Klasse eines einzelnen Spielers. Ich möchte einfach dieser Entwicklung entgegenwirken, dass diese Werte verloren gehen – und wir irgendwann nur noch junge Menschen haben, die sich aus purem Egoismus nur noch nehmen, was Sie wollen… Immer den Weg des geringsten Widerstands gehen – und zu keinem Zeitpunkt bereit sind dafür auch etwas zu opfern. Ich bin mir bewusst, dass ich mit meinem Handeln sicherlich nur einen kleinen Teil dazu beitrage – das geschieht aber aus tiefster Überzeugung.

SVE: …. Was hat sich in den letzten sagen wir 20 Jahren verändert? Sei es von der fußballerischen Seite oder auch von der Entwicklung der Gesellschaft?

Kahler:

Im Amateursport sehe ich aber ein gesellschaftliches Problem! Das, was man als Mannschaft noch vor 20 Jahren gemeinsam erlebt hat – ich spreche von gemeinsamen Abenden nach dem Donnerstagstraining und/oder einem gemeinsamen Discobesuch nach dem Spiel samstags ist teilweise, oder komplett abhandengekommen. 

Die Lust und der Spaß daran sind aber definitiv vorhanden – man macht es aus verschiedensten Gründen aber nicht mehr. Da ist aber jeder Einzelne seines Glückes Schmied! Das kann ein Trainer nicht forcieren – das muss aus der Mannschaft kommen. Dazu brauch man „Typen“, die das (Vor-)Leben. Ich sehe, dass die „Teamplayer“ verloren gehen, dass sich jeder selbst der Nächste ist… Andererseits sehe ich, dass die Menschen mit hoher sozialer Kompetenz und der Bereitschaft jederzeit zu helfen auch leicht „ausgenutzt“ werden. Warum fällt es vielen heutzutage so schwer einfach „zu geben“ – ohne, dass dies in direkter Verbindung mit einer Forderung steht? Warum opfern immer weniger Ihre persönliche Freizeit, wenn es darum geht für die Gemeinschaft etwas zu bewegen?

Im Jugendbereich haben wir die Problematik von zwei verschiedenen „Typen“ von Eltern… Die Ersten, die permanent am Spielfeldrand stehen, als zusätzlicher „Trainer“ fungieren und lautstark alles kommentieren und sich in alles „einmischen“. Die Zweiten, die die Erziehung der Kinder in die Hände der Jugendtrainer geben – und sich um nichts kümmern…

Ich sehe da auch die vielen Kritiker, die sich Woche für Woche auf dem Sportplatz und im Sportlerheim tummeln. Von denen man jede Woche erzählt bekommt, was denn schon wieder schlecht war. An diejenigen habe ich aber auch einen Rat: Mit anpacken und Zukunft gestalten! Die Arbeit bleibt immer auf den Schultern weniger Leute. Das Gegenteil würde aber doch ein Vereinsleben noch attraktiver machen!

SVE: Die momentane Entwicklung im Profifußball gefällt vielen Leuten nicht. Die Spieler streiken und erpressen Wechsel, beispielsweise Dembele oder Aubameyang in Dortmund, was hälst du von dieser Entwicklung? Und dienen solche Stars noch als Vorbilder für unsere Jugend?

Kahler:

Das sind keine Vorbilder – sondern erschreckende Beispiele unserer gesellschaftlichen Entwicklung – vor allem im Profifußball! Überbezahlt und verwöhnt! Wie sollen unsere Kinder denn davon lernen, wenn dieses schamlose Verhalten mittlerweile toleriert und akzeptiert wird. Gerade auch im Fußball sollten die Werte wie Vertrauen, Respekt Vereinstreue und Vertragserfüllung obersten Stellenwert haben – das wird jedoch mittlerweile mit „Füßen getreten“. Der Sittenverfall wird immer größer. Verträge sind nicht einmal das Papier wert, auf dem Sie stehen.


Der SSV wünscht Thomas Kahler an dieser Stelle eine erholsame Zeit als „Privatier“ und Vater und dass er irgendwann in den Fussball zurückkehrt. Letzteres wird wird sich vermutlich eh nicht verhindern lassen, denn wenn man mal von dem Spiel infiziert ist…

„Jeder Tag ohne Fussball ist ein verlorener Tag!“ (Ernst Happel).

Welter spielt wieder beim SSV

Mit etwas Verspätung vermeldet der SSV einen Neuzugang: Vom VfL Oberbieber kehrt der 19jährige gebürtige Heimbacher André Welter an den Kieselborn zurück. Welter – weder verwandt, noch verschwägert mit SSV-Urgestein Bernd Welter –  laboriert zwar aktuell noch an den Folgen eines Kreuzbandrisses, ist jedoch beim SSV bereits im Reha-Training und soll langsam wieder an das Mannschaftstraining und den Spielbetrieb herangeführt werden.

In der U13 hatte der 1998 geborene André Welter damals den SSV Heimbach-Weis in Richtung Oberbieber verlassen, und war seinen Freunden Deniz Kretz und Tim Braun in die D-Jugend des damaligen JSG-Partners gefolgt. In der Folge spielte Welter, der auch für einige Zeit im DFB-Stützpunkt-Training war, beim VfL Oberbieber, im älteren Jahrgang von C-, B- und A-Jugend jeweils in der Rheinlandliga.

Im vergangenen Frühjahr gab der knapp zwei Meter große Defensivspieler dann seine Zusage für die Rückkehr zu seinem Vaterverein. Kurz danach verletzte er sich jedoch schwer. Der FSJler erlitt in der Endphase der Spielzeit 2016/2017 in einem der letzen Meisterschaftsspiele seines alten Vereins einen Riss des vorderen Kreuzbandes und eine Meniskusschädigung, die im Stift in Koblenz operativ behandelt werden musste. Seit einiger Zeit ist Welter nach einer umfangreichen Physiotherapie, sowie diszipliniertem Krafttraining nun auch im Lauftraining und hat in den vergangenen Wochen folgerichtig auch das Training mit dem Ball begonnen.

SSV-Co-Trainer Alex Schröder kümmert sich in den Trainingseinheiten der ersten Mannschaft um Welter, der zunächst individuell trainiert und bei dem sowohl der Belastungsumfang, als auch die Intensität behutsam gesteigert wird.

Wann André dann mit der Mannschaft trainieren und auch wieder spielen kann wird davon abhängen, wie das Knie reagiert und ob alles stabil und komplikationslos abläuft. Diesbezüglich sind jedoch alle Verantwortlichen zuversichtlich und sagen deswegen: „Herzlich willkommen, André Welter!“