Last-Minute Treffer lässt den Kieselborn beben.

Wahnsinn am Kieselborn – die rote Erde ist um ein weiteres Kapitel mit Mythenpotential reicher.

Was für ein Abend für den SSV Heimbach-Weis und alle die dabei gewesen waren. Der SSV schafft den Klassenerhalt in der vorletzten Minute der Nachspielzeit durch einen traumhaften Freistoßtreffer von Michael Kley. Man hätte aus diesem Abend und den Geschichten drum herum ganz sicher eine Hollywood-reife Verfilmung machen können

Die Vorzeichen und Ausgangslage

Doch beginnen wir am relativen Anfang. Die Ausgangslage vor der Begegnung war klar- nur durch einen Sieg würde der SSV die Klasse halten können, bei jedem anderen Ausgang wäre Niederahr aufgestiegen. Der SSV hatte in der Woche zuvor mit einem 1:1 Unentschieden beim HSV Neuwied ein weiteres Stück Selbstvertrauen aufgebaut. In Sachen Personal für und vor der Partie einige Veränderungen zur letzten Begegnung, denn mit Lukas Endres (verletzt) und Christian Wilke (privat unabkömmlich) musste die Startformation auf 2 Positionen geändert werden. Zu allem Unglück verletzte sich dann beim Aufwärmen auch noch Andre Ganzer, so dass Trainer Carsten Keuler auch hier reagieren musste. Dafür aber wieder zurück an alter Wirkungsstätte und gleich einsatzbereit Heimkehrer Adrian Dott, der sofort ins Anfangsaufgebot rutschte. Mit Christopher Pfleger schickte Trainer Keuler ganz mutig einen A-Jugendspieler ins Rennen, der auf diese Art und Weise zu seinem zweiten Einsatz bei den Senioren kam und dann gleich unter den ersten Elf in solch einer Partie. Um es vorweg zu nehmen – auch er machte ein sensationelles Spiel.

Christopher Pfleger erlebte den klassischen Sprung ins kalte Wasser und lieferte sogleich eine riesen Partie ab.

Heimbach-Weis –mehr als nur ein Wohnort

Aber eines war an diesem Abend klar – egal wer das Schwarz-Weiße Trikot tragen sollte war voll mit Adrenalin und von den Zehenspitzen bis in die Haarwurzeln motiviert. Und auch das Dorf war wieder einmal auf den Beinen und bewies erneut, welch fantastischer Gemeinschaftsgeist in Heimbach-Weis zu spüren ist. Waren beim Auswärtsspiel in Neuwied bereits Heerscharen an Heimbach-Weisern zur Unterstützung vertreten, kamen gegen Niederahr noch einmal viele, viele SSV Fans mehr dazu und so war am Ende eine prachtvolle Kulisse von mehr als 850 Zuschauern am altehrwürdigen Kieselborn zu bestaunen. An der Stelle bittet der Autor um Verzeihung, wenn dieser Text keine ausführlichen Spieldetails enthält, aber in diesem Falle sind es die Begleitumstände und das Happy Ending, das eine Gänsehaut entstehen lassen.
Alper Deutsch und Ingo Kirst – ebenso die Garanten für ein Spiel mit extremen Engagement und Leidenschaft

Der Mythos Kieselborn ist existent.

Kann es etwas Schöneres geben, als auf der roten Asche Geschichte zu schreiben? Vielleicht gibt es da etwas im Fußball-Universum, aber nicht so an diesem unvergesslichen Mittwochabend im Juni 2017. Der Hartplatz ist unser Freund und machte vielleicht am Ende auch einen oder mehrere Prozentpunkte zum Erfolg aus. Die Mannschaft arbeite in wirklich jeder Sekunde der 95 gespielten Minuten so was von leidenschaftlich, dass dies bis auf die Zuschauerränge fühlbar war.

Hin und wieder skandierte der Niederahrer Anhang: “Und schon wieder keine Stimmung Heimbach-Weis“. Kurz vor Schluss richteten sich etliche Niederahrer Fans zwecks Jubelperformance schon auf einen Platzsturm zu ihrer Mannschaft ein. Aber dann passierte es: In der 3. Minute der Nachspielzeit Freistoß für den SSV aus ca. 25 Metern. Michael Kley, ein durchaus geübter Freistoßschütze, aber in der abgelaufenen Saison bei Standards nicht in der Topscorerliste, nimmt den Ball, um die vermutlich letzte Chance zum Klassenerhalt mit vager Hoffnung zu füllen. Und er macht es!

Michael Kley war es vorbehalten den ultimativen Glücksmoment zu produzieren und er machte den Wahnsinn real.

An der Mauer vorbei schlägt die runde Kugel über den Innenpfosten ins Tor – das erlösende 1:0 und Siegtor. Der Kieselborn bebt! Unfassbare Jubelszenen spielen sich ab, alle liegen sich in den Armen, die Zuschauerränge toben, ein weiteres unvergessliches Stück SSV-Geschichte ist geschrieben und wir durften dabei sein.

Waaahnsinn! Und genau deshalb lieben wir unseren Verein!

Es bleibt noch Dankeschön zu sagen.

Ein unglaubliches Dankeschön an die Mannschaft und den Trainer für solch einen Abend. Auch wenn die Saison in Summe nicht zufriedenstellend verlaufen ist, so war der Abschluss mehr als eine unbezahlbare Entschädigung. Getreu einem Spruch aus der Werbung: Es gibt Dinge im Leben, die kann man nicht kaufen….für alles andere gibt es unseren SSV J

Danke an alle die auch gestern wieder intensiv mitgeholfen haben, sei es bei der Vorbereitung, bei Diensten rund um das Spiel und allen anderen wertvollen Dingen, die den Abend zu einem unglaublichen Erfolg haben werden lassen.

Wahre Helden werden auf dem Hartplatz geboren!

Der Jubel kennt keine Grenzen – die Mannschaft feierte gemeinsam mit den Fans in eine lange Nacht hinein

Übrigens: Auf besonderen Wunsch der Spieler gehen die Trikots dieses Abends in den Erinnerungsfundus eines jedes einzelnen über und der langjährige SSV-Trikotpartner Swiss Life Select AG Finanzkanzlei Andreas Pfeffer zeigte sich sofort wiederum sehr unterstützend in dem er einen neuen Trikotsatz anbot. Auch hierfür ganz klar den Daumen hoch und vielen Dank an Andi Pfeffer.

Dankeschön sagen wir auch an Jörg Niebergall der uns freundlicherweise das professionelle Bildmaterial zur Verfügung gestellt hat.

Besser hätte man eine Rückkehr an den Kieselborn nicht planen können – Addi Dott ist back und verlieh dem Spiel des SSV eine bemerkenswerte Qualität.

Steven Reddmann – der Kaptitän – ein unglaubliches Vorbild in Puncto Mannschaftsgeist, Kampf und Einsatzwillen. Auch er blickt mittlerweile auf unbeschreibliche Fußballerebnisse bei den Kleeblättern zurück