Die Lage beim SSV Heimbach-Weis

Alles ist anders – wo geht die Reise hin – in Krisenzeiten?

Beginnen wir mit einem Versprechen:  Wir werden das meistzitierte Wort der aktuellen Stunde in diesem Artikel nicht erwähnen! Gerne möchten wir als Verein aber auch einfach mal Stellung zur derzeitigen Lage beziehen und die fragenden und interessierten Menschen in unserem Umfeld über den Status beim SSV informieren.

Weitreichende Veränderungen im Hier und Jetzt

Alles ist anders als es jemals zuvor von uns erlebt werden konnte. Niemand hätte sich den jetzigen Zustand auf der Erde, in Deutschland und in seinem engsten Umfeld so wohl vorstellen können. Wir sind Teil und Zeuge eines weltgeschichtlichen Ereignisses, gewollt oder ungewollt, gefragt oder nichtgefragt. Für uns alle hat sich der Alltag massiv verändert und wir erleben Einschnitte in nicht unerheblichem Maße. Viele Menschen erleben neben momentan schwieriger sozialer Isolation auch kritische existentielle Bedrohungen. Unternehmen und Geschäftsleute müssen ums „Überleben“ kämpfen und haben sehr begründete Sorgen. Auch Vereine und andere Organisationen sind vor diese nicht einfachen Herausforderungen gestellt und müssen nach Lösungen zur Sicherung des Fortbestandes suchen. Hilferufe werden abgesetzt und in vielfältiger Hinsicht gibt es zumindest unterstützende Möglichkeiten, die unser Staat in teils beeindruckender Manier und finanzieller Großzügigkeit entwickelt. Natürlich kann jedoch hierbei nicht jedem und allen zu 100% geholfen werden. Dazu sind die Anforderungen bei in Deutschland lebenden knapp 83 Millionen Menschen und gemäß Statistik (Quelle: www.statista.com) von 3.843 Millionen Rechtlichen Einheiten/Unternehmen einfach zu vielfältig.

Vom Allgemeinen zum Speziellen – Unser SSV

Kommen wir damit zum SSV Heimbach-Weis und der Erklärung dieser im Abschnitt zuvor erwähnten Einleitung. Bislang gibt es von staatlicher Seite oder seitens der Fachverbände (DFB / Sportbund Rheinland / FV Rheinland) noch keine offiziellen Hilfen für Vereine in Not.

Die gute Nachricht: Der SSV befindet sich nicht in einer kritischen Lage, sondern steht auf sehr stablilem Fundament, verfügt über einen gesunden Haushalt, vernünftige Rücklagen und auch einen eigens erstellten Plan, diese schwierige Phase geordnet zu durchlaufen. Für unseren Verein zahlt es sich nun aus, dass wir auch in den vergangenen Jahren extrem solide gewirtschaftet haben und stets mit größter Sorgfalt das Geld unserer Mitglieder, Unterstützer, Sponsoren und Werbepartner einsetzen. Dabei treibt uns ein ganz einfaches Prinzip, welches da lautet, nicht mehr Geld zu verplanen und auszugeben, als dass, was wir gesichert einnehmen und auch in möglichen Schieflagen erwarten dürfen.

Natürlich sei an dieser Stelle der guten Ordnung halber erwähnt, dass wir ein extremes Engpass-Szenario, ohne Zusatzeinnahmen durch Werbung und Sponsoren sicherlich nicht über Jahre hinweg durchleben können und wollen, aber auch dann müssten und würden wir nach kaufmännischen Prinzipien selbstverständlich unsere Ausgabenseite der der Einnahmenseite 1:1 anpassen.

Fußball als Hobby und Verein mit Verantwortung

Gerne wiederholen wir das Statement, dass wir Sportlern, für das in unserem Verein für sie organisierte Hobby, kein Geld bezahlen – sprich keine bezahlten Fußballer haben. Wir setzen nicht aus der Not heraus auf den eigenen Nachwuchs, sondern wir verfolgen Nachwuchsarbeit, als das eine und wirklich nachhaltige Konzept, einen Verein in die Zukunft zu führen. Und genau an dieser Stelle haben wir erkannt, hier den Großteil unserer vorhandenen Mittel zu verwenden. Es zeigt sich auch, wie wichtig es ist Mitgliedsbeiträge zur Erfüllung der satzungsgemäßen Ziele den Anforderungen gemäß regelmäßig anzupassen. Hierzu haben wir in den letzten 5 Jahren entsprechende Justierungen mittels Mitgliederbestimmung vorgenommen. Der ureigenste Gedanke eines Vereines ist es ja schließlich, dass sämtliche aus den Vereinsaktivitäten hervorgehenden Kosten durch den Beitrag der Mitglieder gedeckt sein sollten. Natürlich mag dies ein Ansatz für Romantiker sein, aber sicherlich grundsätzlich ein Gedanke, der in die richtige Richtung geht.

Geht mehr raus als rein?

Erleben wir denn nicht gerade in welch existenzbedrohende Situation insbesondere Profivereine geraten, die in der Vergangenheit eher als „Durchlauferhitzer“ fungiert haben und auch geplante Einnahmen der Zukunft schon vor deren Erhalt ausgeben?

Wir haben Gottseidank hier keine Ängste und Sorgen und viele Menschen mit Vernunft und Weitsicht an Bord. Unsere Übungsleiter fordern wir z.B. nicht auf „freiwillig“ auf ihnen zustehende Zahlungen zu verzichten – sie tun dies tatsächlich aus eigenen Stücken! Unsere Werbepartner möchten wir weiterhin sehr bewusst unterstützen und wünschen uns, dass alle machbaren Einkäufe und Dienstleistungen stets und insbesondere jetzt dort erledigt werden.

Lehrreiche Lektion?

Vielleicht ist diese schwierige Zeit am Ende ja auch für viele Dinge gut und es findet ein dauerhaftes und spürbares Umdenken, auch in den Bereichen des Vereinswesens, statt. Das Zusammenrücken von Menschen in Notsituationen ist ein wirklich toller Überlebensreflex und verbindet noch stärker als zuvor. Ist mehr Demut vor den Menschen, vor der Natur, vor der Gesellschaft und auch vor der Arbeit des Staates nicht am Ende doch ein extrem wichtiges Instrument?

Ist in unserer zuletzt extrem schnelldrehenden Gesellschaft nicht gerade das Vereinswesen auf Amateurebene, welches ein unglaublich wichtiges gesellschaftliches Mittel ist, genau das, was Menschen ein Zuhause und einen spürbaren sozialen Zusammenhalt geben kann? Lasst uns das auch immer wieder unseren Kindern und Jugendlichen erklären, die verstehen müssen, dass bei aller digitaler Vernetztheit und virtueller sozialer Verbindung, der persönliche Kontakt und das reale Miteinander auch in Zukunft durch nichts zu ersetzen ist.

Gemeinsam und gesund durch schwere Zeiten – das wünscht der Vorstand allen Mitgliedern, Aktiven, Freunden und Gönnern unseres Clubs.