Fragezeichen oder Ausrufezeichen? Quo vadis SSV?

In einem Verein entscheiden die Mitglieder über Strukturen, Entwicklung, Führung und Zukunft des von ihnen selbst geschaffenen Gebildes. So auch beim SSV, bei dem das wichtigste Entscheidungsorgan – die Mitgliederversammlung – alle 2 Jahre darüber befindet wie der weitere Weg gestaltet wird und wohin er führen kann.

Somit fand am vergangenen Donnerstag (17.01.2019) im Clubheim am Kieselborn die turnusmäßige Mitgliederversammlung des SSV Heimbach-Weis statt. Es war ein durchaus bemerkenswertes Bild, denn insgesamt hatten sich 86 Vereinsmitglieder zu dieser wichtigen Veranstaltung eingefunden.

Vorstand zieht Bilanz – Rechenschaftsberichte können überzeugen

Die ersten Tagesordnungspunkte gingen wie gewohnt in einer perfekten Organisation völlig reibungslos über die Bühne. Die Rechenschaftsberichte zeigten wieder einmal die bemerkenswerte Entwicklung des Vereins: Gestiegene Mitglieder zahlen der letzten beiden Jahre, ein ausgezeichnetes wirtschaftliches Ergebnis, alle Jugendmannschaften von der U 12 bis zur U19 spielen mittlerweile in überkreislichen Spielklassen, es bestehen exzellente Beziehungen zu Sponsoren und Verband, sowie die sich immer mehr verfestigende Aussicht auf den lang ersehnten Kunstrasenplatz in 2020.

Was sollte es da noch für Hürden zur weiteren positiven Ausgestaltung der Zukunft geben? Eine sehr berechtigte Frage, die sich aber innerhalb kurzer Zeit beim Versuch einen neuen engagierten Vorstand zur Leitung der Vereinsgeschäfte zu bilden schnell beantwortete.

Sämtliche amtierenden Vorstandsmitglieder bis auf Schatzmeisterin Kerstin Egler und die Beisitzerin der Mitgliederverwaltung, Judith Schmitz, waren unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht bereit ihr Amt weiterhin in der jetzigen Form auszuüben. Ein deutliches Signal an die Mitglieder und das bisherige vielleicht auch veraltete Konstrukt Verein.

Das zusammenfassende Fazit hierzu und damit die Problematik genau auf den Punkt brachte Jugendleiter Jörg Emmerich mit dieser Aussage:
„Das Credo beim SSV war es jahrelang, die Dinge Verein(t) anzugehen. Das ist aber in der jüngeren Vergangenheit immer mehr in Vergessenheit geraten. Die Arbeit, die es erfordert, einen derart gewachsenen Verein mit seinem außergewöhnlichen Qualitätsanspruch zu führen und zu organisieren ist nicht alleine für ein paar Vorstandsmitglieder zu bewerkstelligen. Wir benötigen weit mehr Menschen, die bereit sind verbindlich und verlässlich Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen“.

Wer gestaltet die Zukunft – wie soll es weitergehen?

Wie soll es also nun weiter gehen beim SSV, der in nur einem Jahr ein weiteres freudiges Ereignis ansteuert – 100 Jahre Vereinsjubiläum (1920 – 2020).

Die anwesenden Mitglieder diskutierten angespannt ob der sich abzeichnenden Situation. Unbestätigte Absichtserklärungen zur Mitarbeit oder zur Übernahme von Vorstandsposten kursierten nun im Raum, führten jedoch in der Folge zu keiner rechtsverbindlichen Wahl.

Die Stimmung in der seit vielen Jahren bestbesuchten Versammlung brachte dies natürlich auf den Nullpunkt. Der aktuell verbliebene Vorstand hatte zur Verdeutlichung seiner Argumente und der zwingenden Notwendigkeit, die Arbeit auf moderne und breite Beine zu stellen, mehrere Organigramme erstellt und in DIN A2 im Versammlungslokal ausgehangen. Dies stellte sehr plakativ dar wie vielfältig die zu bewerkstelligenden Aufgaben sind und dass doch derzeit viele „To-do‘s von zu wenigen Menschen erledigt werden müssen. In den Übersichten waren auch schon die zusätzlichen Aufgabenpakete enthalten, die in den nächsten beiden Jahren auf den Verein zukommen werden. Es gilt z.B. eine angemessene 100-Jahr-Feier zu organisieren und eine nicht zu unterschätzende Eigenleistung bei der Renovierung oder Neuausrichtung des Clubheims in Verbindung mit dem neuen Kunstrasenplatz zu erbringen.

Versammlung endet ergebnislos – Ausgang offen

Recht schnell wurde klar, dass es an diesem Abend zu keiner Wahl eines für die Vertretung des Vereins benötigten Vorstands kommen würde. Die Versammlung und damit die Vertretung aller Mitglieder wurde also aufgefordert, sich in den nächsten Tagen mit Hochdruck an der Ausbildung der Vereinszukunft mehr als aktiv zu beteiligen. Es gilt heraus zu finden, ob der SSV in der Lage ist, sein weiteres Fortbestehen als moderner Verein zu gewährleisten. Die Mitglieder müssen prüfen, ob es die fehlenden Mosaiksteine im Gebilde der Zukunft gibt und ob genügend Menschen bereit sein werden sich hinsichtlich der Übernahme einer Aufgabe zu verpflichten.

Horrorszenario könnte drohen – aber besser die Chance nutzen

Es droht ein Szenario, das niemand wahrhaben möchte. Das legale Prozedere sieht vor, dass es ansonsten wohl im März zu Maßnahmen durch das Vereinsregister beim Amtsgericht Montabaur kommen könnte. In der Folge dann zu noch schlechteren Auswirkungen, die mit einer Existenzgefährdung enden könnten. Natürlich möchte niemand in einem sehr gut aufgestellten und nachweislich erfolgreichen Verein wie dem SSV ein solches Ergebnis erleben. Es könnte im Idealfall auch eine Chance für eine Zukunft auf modernen und breiten Füßen sein.

Es stellt sich also die Frage:
Wo geht es hin mit dem SSV? Wird es dem Verein gelingen, sich neu aufzustellen und dann mit sehr guten Aussichten und einer neuen Infrastruktur den 100. Geburtstag zu feiern sowie bestens organisiert die nächsten Jahre anzugehen? Oder ist bald Schluss am Kieselborn?

Es gilt für jeden sich mit einzubringen und seine Bereitschaft hierzu deutlich zu signalisieren. Manchmal kann auch ein kleiner Beitrag schon zu einem großen Gelingen beitragen.

Im abgebildeten Organigramm mit einzelnen Aufgabenpaketen und  genannten Positionen stellt dar, in welchen Bereichen sich engagierte Menschen zur Zukunftsgestaltung des Vereins mit einbringen können.

Wenn Du also einen Beitrag leisten willst und verstanden hast, dass wir alle unserer Gesellschaft etwas zurückgeben können, dann lass es uns wissen.
Gerne stehen dazu alle Vorstandsmitglieder (Kontakte auf dieser Seite) telefonisch zur Verfügung.

Eine e-Mail kann an ssv.poststelle@gmail.com gesendet werden.